Die Geschichte der Getreidemühle

Wenn das Wort Getreidemühle fällt, steht Brot in engem Zusammenhang. Und da Brot schon immer eines der wichtigsten Nahrungsmittel war, liegt der Ursprung der Getreidemühle weit vor unserer Zeitrechnung, das Aufkommen des Ackerbaus machte das Mahlen des Getreides erforderlich. Dieser begann etwa vor 5000 v. Chr. in den Stromtälern von Mesopotamien und Ägypten, bevor er etwa 4500 v. Chr. auch nach Europa vordrang. Zu den ersten Hilfsmitteln zum Zerkleinern von Getreide gehörte

  • die Getreidemühle als Mörser aus Holz, Stein, später auch aus Metall. Dabei wurden die Körner vielfach erst geröstet und dann zerstoßen und die groben von den feinen Teilen mit Sieben getrennt. Die weitere Entwicklung der Getreidemühle war
  • die Getreidemühle als Reibstein und die Reibplatte, also zwei Mahlsteine. Auf die breite und flache Reibplatte wurde das Getreide gelegt, mit dem handlichen Reibstein schob man es von Hand hin und her, dadurch wurde das Getreide zunächst gebrochen, dann zerrieb. Dabei nutzte sich mit der Zeit die Mahlfläche ab, es entstand am Bodenstein eine Mulde und die Reibplatte musste mühsam künstlich wieder aufgeraut werden. Auch blieb es nicht aus, dass sich durch das Reiben kleine Steinchen aus der Mahlvorrichtung lösten und so ins Brot wanderten, was manchem Esser, wie geschichtlich belegt ist, Zähne gekostet hat. Die Mahlsteine löste den Mörser jedoch nicht ab, lange Zeit liefen die beiden Verfahren nebeneinander her: Der Mörser übernahm das Zerstampfen zu Schrot, die Mahlsteine zerrieben diesen dann zu Mehl. Die nächste Stufe der Getreidemühle-Entwicklung waren  
  • die Getreidemühlen als Tretmühlen, wobei hier unterschieden wird in Tierdrehmühle und Handdrehmühle
  • die Getreidemühle als Tierdrehmühle - vermutlich seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. Das Bild einer alten Tierdrehmühle, gefunden in dem im 79sten Jahr n. Chr. verschütteten Pompeij, zeigt ein Modell in Form einer Sanduhr. Ihre Technik waren verschiedenartige steinerne Kegel, das Getreide wurde zwischen den Kegelflächen zermahlen. Die am unteren Hohlkegel als Mahl-Antrieb angebrachte Deichsel konnte durch Sklaven oder durch Zugtiere bedient werden.
  • die Getreidemühle als Handdrehmühle - vermutlich etwa um das Jahr 100 v. Chr. Hier gab es unterschiedliche Modelle: die ersten Handdrehmühlen mit ihren schwach konischen Mahlflächen hatten ebenfalls die Form einer Sanduhr und glichen den Tierdrehmühlen, die Handdrehmühle mit flachen Steinen ist äußerlich leicht an einem hölzernen Handgriff erkennbar. Ihre Mahlflächen bildeten Steine mit  ca. 35 bis 45 cm Durchmesser, die meist schwach kegelig waren. 
  • die Getreidemühle als Wassermühle hat ihren Ursprung bei den Römern und verdrängte auch bei den Germanen die übliche Handmühle. Die erste Abbildung einer altdeutschen Wassermühle stammt aus einem Unterrichtsbuch aus dem 12. Jahrhundert.

Der Fortschritt auf dem Gebiet des Mahlens und der Entwicklung der Getreidemühlen ging weiter, moderne Technik jeder Zeit-Epoche half dabei und heute sind wir so weit, dass jeder Haushalt seine eigene Getreidemühle haben kann. Leicht und schnell malt sie das Getreide - kein Vergleich zu der früheren mühsamen Arbeit des Getreidemahlens.  

 

 

 

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