Kai Ensei, Seki Magoroku
Man erkennt die Kai Ensei Serie nicht an Effekten. Keine wilde Damastzeichnung, kein Hammerschlag, der Aufmerksamkeit erzwingt. Die Kai Ensei Serie wirkt ruhig – fast sachlich. Und genau das ist ihr Charakter. Kai Ensei steht für eine eher klassische Interpretation des japanischen Küchenmessers, gefertigt in Seki, einer Stadt, in der seit Jahrhunderten Klingen geschmiedet werden. Wer ein Messer sucht, das nicht protzt, sondern schneidet, wird hier fündig. Allerdings: Wer von sehr schweren europäischen Messern kommt, muss sich eventuell kurz umgewöhnen.
Ensei
Material Klinge
Im Kern arbeitet ein VG-MAX Stahl mit einer Härte von etwa 60–61 HRC. Das ist hart genug für eine dauerhaft feine Schneide, aber nicht so extrem, dass man permanent Angst vor Ausbrüchen haben muss. Der Kern der Kai Ensei Messer wird von rostfreiem Edelstahl ummantelt, was die Pflege spürbar erleichtert. Der Schliff ist typisch japanisch eher fein gehalten, der Schneidwinkel liegt ungefähr bei 15 Grad pro Seite. Beim Schneiden von Karotten oder Lauch merkt man schnell, wie direkt die Klinge reagiert. Kai Ensei fühlt sich nicht massiv an – eher präzise. Fast wie ein Skalpell, nur alltagstauglich.
Material Griff
Der Wa-Griff in D-Form besteht aus hellem Pakkaholz mit schwarzer Zwinge. Er ist leicht, fast unspektakulär – aber funktional. Durch das geringe Griffgewicht liegt der Balancepunkt weiter vorne in Richtung Klinge. Das verändert das Schneidgefühl deutlich. Kai Ensei arbeitet mehr aus der Führung heraus als aus dem Eigengewicht. Wer Druck gewohnt ist, wird hier umdenken müssen. Wer hingegen kontrollierte, ziehende Schnitte bevorzugt, fühlt sich schnell zuhause.
Pflege
Trotz der rostfreien Außenlagen bleibt Handwäsche Pflicht. Kurz reinigen, sorgfältig abtrocknen – mehr braucht es nicht. Wichtig ist eher das Nachschärfen: Ein 1000er Stein für den Grundschliff, 3000er oder 4000er zum Verfeinern. Wer das ein paarmal gemacht hat, merkt, dass Kai Ensei seine Schärfe sehr sauber annimmt. Ein kleiner Hinweis: Die feine Schneide verzeiht keine Glas- oder Granitbretter. Holz oder weicher Kunststoff sind hier die bessere Wahl. Dann bleibt Kai Ensei über Jahre hinweg das, was es sein soll – ein präzises Werkzeug.
